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9. Juni 2010: Freie Bildung für ein freies Leben

Veröffentlicht von Michael Kraus am 11.06.2010
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Bildungsstreik-Demo von Schüler/inne/n, Studierenden und Azubis in Frankfurt

Am 9. Juni protestierte in Frankfurt ein breites Bündnis unter dem Motto "Freie Bildung für ein freies Leben!" gegen den geplanten Kahlschlag der schwarz-gelben Regierung im Bildungs- und Sozialwesen. Rund 1.000 Schülerinnen und Schüler, Studierende und Auszubildende forderten zudem mehr Demokratie an Bildungseinrichtungen und sprachen sich gegen die Militarisierung der Bildung aus. Grundschüler/innen auf einem Schulausflug solidarisierten sich spontan mit der Demo, die Teil der bundesweiten Bildungsstreik-Woche war. Daran beteiligten sich rund 100.000 junge Menschen, solidarisch unterstützt von der IG Metall-Jugend.

Bei der bunten, offenen und lauten Demonstration in Frankfurt riefen Schüler/innen, Studierende und Auszubildende zum Widerstand gegen das marode, heruntergewirtschaftete Bildungssystem auf, forderten lautstark mehr Demokratie und weniger Militär in (Hoch-)Schulen und Betrieben. In Redebeiträgen wurde angeprangert, dass die CDU/CSU/FDP-Koalition die Lasten der Krise auf die breite Bevölkerung abwälzt anstatt die Verursacher zur Kasse zu bitten: "Wir zahlen nicht die Zeche für eure Krise!". In Sprechchören wurde zudem die Überwindung des neoliberalen Kapitalismus gefordert, der die Zukunft junger Menschen zerstöre.

Der Frankfurter IG Metall-Jugendsekretär Michael Kraus erläutert: "Die Jugend muss die Fehler des Systems 'ausbaden': Das Bildungswesen leidet seit Jahrzehnten an Geldmangel; Kinder werden im Bildungsbereich nicht gefördert, sondern nach sozialem Status aussortiert: oben bleibt oben, unten bleibt unten; demokratische Mitbestimmung in Schulen und Hochschulen wird ständig zurückgedrängt; aufgrund zu weniger Ausbildungsplätze müssen viele junge Menschen schulische 'Warteschleifen' drehen; nur die Hälfte der auslernenden Azubis wird übernommen, kommt dafür oft als perspektivlose Leiharbeitnehmer/innen in den Betrieb zurück."

Aus all dem versucht die Bundeswehr Vorteile zu ziehen, indem sie junge Menschen in Schulen und Arbeitsagenturen sowie bei Ausbildungsmessen als "Kanonenfutter" für ihre Kriege anwirbt und Rüstungsforschung an öffentlichen Bildungseinrichtungen finanziert. Nichts davon ist im Interesse der jungen Generation, wie IG Metall-Michael Kraus betont: "Wir unterstützen den Bildungsstreik. Die IG Metall-Jugend fordert ein sozial offenes und kostenloses Bildungssystem vom Kindergarten bis zur Hochschule, eine grundlegende Demokratisierung aller Bildungseinrichtungen sowie berufspraxisnahe Schulen und Hochschulen."

Mehr Informationen
- Offizielle Webseite des Bildungsstreik-Bündnisses in Frankfurt
- Die IG Metall-Jugend erklärt ihre Solidarität mit den Bildungsstreiks

Zuletzt geändert am: 29.03.2011 um 14:08

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