17. Juni 2010: "Operation Übernahme" bei ABB Praunheim |
| Veröffentlicht von Michael Kraus am 18.06.2010 |
Solidaritäts-Brief der JAV an die kämpfenden Kolleg/inn/en bei ABB Alzenau
Die ABB Automation Products GmbH hat im September 2009 erklärt, ihr Werk im unterfränkischen Alzenau (Bayern) zu schließen. Nur 41 von ca. 250 Beschäftigten am Standort würden übrig bleiben. Die IG Metall Frankfurt als zuständige Verwaltungsstelle* unterstützt den Alzenauer Betriebsrat in seinem Bemühen, möglichst alle Arbeitsplätze zu erhalten. Die Jugend- und Auszubildenden-Vertretung (JAV) bei ABB Praunheim/Frankfurt erklärt in einem Brief vom 17. Juni 2010 ihre Solidarität mit dem Kampf der Belegschaft für ihre Jobs. Bei einem Kahlschlag in Alzenau würden im Unternehmen verbleibende Beschäftigte unter anderem nach Frankfurt versetzt, was die Übernahme der dortigen Auszubildenden akut gefährdet.
Das Kerngeschäft von ABB liegt in der Entwicklung, Herstellung, Vertrieb und Service von intelligenter Instrumentierung für die Durchfluss-, Druck-, Temperatur- und analytische Messtechnik, in Wartegeräten, Aktuatoren, Schaltanlage sowie elektrischen Antrieben und Motoren. 1.250 Mitarbeiter/innen erzielen einen Jahresumsatz von rund 330 Mio. Euro. Die Schließungspläne für den Standort Alzenau trafen Beschäftigte und Betriebsrat wie ein Blitz aus heiterem Himmel, wurde doch seit April 2009 der Nachfragerückgang mit Kurzarbeit ausgeglichen. Nun soll die Produktion in die ABB-Werke Göttingen und Minden verlagert werden. IG Metall und Betriebsrat haben belegt, dass dies praktisch nicht funktionieren kann.
Die Geschäftsleitung bleibt stur und setzt darauf, dass sich die Beschäftigten nicht wehren. Eine Eintrittswelle in die IG Metall sowie mehrere Warnstreiks haben gezeigt, dass sich das ABB-Management getäuscht hat. Auch mit der breiten Welle der Solidarität aus Politik, Kirchen und Gewerkschaften für den Kampf der ABB-Beschäftigten in Alzenau hat die Geschäftsleitung wohl nicht gerechnet. Am 21. Juni beginnen die Sozialplan-Verhaltungen in der Einigungsstelle. Doch das eigentliche Ziel der Beschäftigten ist der Erhalt des Standorts. Die JAV von ABB Praunheim hat sich mit diesem Protest solidarisiert. Bei einer Schließung von Alzenau drohen die Praunheimer Azubis auf der Strecke zu bleiben. Das darf nicht passieren!
* Die IG Metall Frankfurt betreut den unterfränkischen Betrieb, weil bei ABB Alzenau die hessischen und nicht die bayerischen Tarifverträge der Metall- und Elektroindustrie angewendet werden.
Mehr Informationen:
- Webseite des Betriebsrats von ABB Alzenau zum Arbeitskampf
- Solidaritätsschreiben der JAV von ABB Praunheim
Zuletzt geändert am: 21.06.2010 um 11:22
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